Story von FlockiFlock

Also nun erzähl ich mal von meinem Flockiflock, meiner ca. 14 Jahre alten Perserin in silvershaded, die seit 06.03.2000 bei mir ist.

15.2.2000 Es wird im Bahnhof in einem Müllcontainer eine Tüte gefunden, in der sich eine halbtote, weiße (bzw. dreckige) Katze befinden. Abtransport ins Tierheim. Die Katze wird geschoren, entfloht, medizinisch versorgt und wiegt exakt 1200 Gramm. Geschätztes Alter 13 Jahre. Es handelt sich um eine reinrassige, weiße Perserin mit blauen Augen. - eine Hand voll Elend -

27.2.2000 ich arbeite zur der Zeit im Tierheim als Katzenpflegerin, beginne meinen Dienst auf der Quarantänestation, gehe an einem Isolierkäfig vorbei... seh nix...gugg.. Seh nix...dann: ahhh da ist was Weißes. Karteikarte nehme, lese....*blabla.. * ich sehe dann, nachdem ich den Käfig aufmachte, eine Hand voll Katze...ehrlich nicht mehr.

28.2.2000 ich besuche das Kätzchen. Sie kuckt mich an. Anfassen darf man nicht. Sie ist wild und störrisch, hat panische Angst vor allem.

29.2.2000 ich besuche das Kätzchen wieder und nenne sie liebevoll "Flocki", weil sie so zart und weiß ist.... sie frisst aus einem Näpfchen, dasich ihr hinstelle. Sie frisst aber, wie wir im nachhinein feststellten nur, wenn ich da bin und sie sicher in ihrer Box sitzt.

1.3.2000 wieder ein Besuch

2.3.2000 ich klebe einen Zettel auf Karteikarte: übernehme Pflege persönlich.

6.3.2000 ich beschließe, dass die Maus dort nicht gesünder und nicht Vertrauensseeliger wird. ich gehe zum Direktor. Herr Soundso...ich hätte gern die KatzeNr. 43758 (die Nummer werd ich nie vergessen) mit heimgenommen, machen sie mir nen Vertrag fertig bitte. Gesagt Getan. abends um 18 Uhr fuhr ich mit der Maus heim.

Da sie sehr schwach war, war's nicht allzu schwer sie mit Handschuhen und Engelszungen in den Transporter zu "stopfen".

Und dann ging die Odyssee los...... Meine damals zwei anderen aber nahmen sie gut an, was mich sehr freute. Flockiflock suchte sich oben den Kratzbaum (wo ich nie rankomm) oder den Schlafzimmerschrank als ihr Plätzchen aus. Ich brachte ihr dort Futter + das Katzeklo, manchmal sah ich sie huschen durch die Wohnung, aber nur, wenn sie glaubte, kein Mensch sei da. Mit den anderen Katzen hatte sie kein Problem.

Nur Menschen waren ihr ein grell. Später futterte sie dann auch am Napf, wie die anderen, das hat mich schon sehr gefreut - doch das war auch das einzige Zugeständnis, das sie machte.

Da sie eine Perserin ist, war das Problem, dass man sie bürsten musste. Fehlanzeige. Eine kleine Berührung am Kopf und ich sah diese Katze tagelang nicht! Im Groben umschrieben: Sie ließ sich nicht anfassen, reagierte darauf zwar nicht bösartig aber sie war panisch, sie verlor die Orientierung, und flüchtete, wohin es nur ging. Menschenhände oder dergleichen waren für sie wohl ein Horror. Warum, das weiß ich nicht.

Ich beschloss, auf die Katze zu warten. Wenn die Verfilzungen so schlimm waren, oder sie wieder mal krank war, dann gab ich ihr ein leichtes Mittel unters Futter und konnte sie dann zum TA bringen. Ansonsten ließ ich die Katze in Ruhe, aber ich sprach fast pausenlos mit ihr. Ich erzählte ihr, wie lieb ich sie hab und dass sie vor mir keine Angst haben brauchte usw. Ich zeigte ihr, wie ich mit den anderen umgehe und wie die mir vertrauen.

Ich bat sogar meine zwei Dicken, ihr zu "sagen", dass sie mir ruhig trauen kann. Vielleicht haben sie's getan, ich weiß es nicht. Nach und nach kam eins zum andern:

Bei der letzten Untersuchung wurden Tumore unter der Haut, Inekte und eine starke Abmagerung festgestellt. Diese Katze saß da, bewegte sich oft den ganzen Tag nicht - und sie hat sich ihrem Schicksal ergeben - sie ist nicht gestorben... aber sie hat auch nie gelebt.....das weiß ich heute

Jeden Monat fast (also bei jeder OP) machten wir Blutbilder rauf und runter, weil ich immer behauptet habe : Diese Katze ist "innen" krank - ihr fehlt etwas drum ist sie "so". Keiner hat was gefunden, Nieren, Leber, alles superfein - einfach alles -

Mehr als 15 Ärzte/Kliniken habe ich besucht...Rechnungen in Höhe von einigen Tausend Mark bezahlt.... Und ich hatte zu Hause eine Katze, die keinen ranließ, und langsam vor sich hinstarb.

Ich war selbst am Ende mit den Nerven & Finanzen. Ich heulte manchmal stundenlang. Ich sagte: Ich erlöse sie nun; aber ich hatte ihr im Tierheim noch, als ich sie abholte versprochen, "ich mache dich glücklich & gesund" und das hatte ich nicht geschafft - also gab ich nicht auf.

So einfach war das. 7mal wurde mir gesagt: Lassen wir sie einschläfern. das hat doch keinen Wert. Und 7mal nahm ich sie mit heim. Ich denke, sie hat dann da schon gemerkt...dass ich sie nicht im Stich lasse, aber sie hat dem Frieden nicht ganz getraut. Dann passierte das Allerschlimmste, was mir je passiert ist - und doch war es unsere Rettung:

Am 25.3.01 nachts weckte mich meine DoingDoing auf. Ich ging ihr nach, und sah Flocki in ihrer eigenen Blutlache liegen und wimmern. Ich hatte so was noch niemals gesehen. Flocki saß nie auf dem Boden, doch es ging ihr so schrecklich, dass sie keine andere Möglichkeit mehr sah, als mich an sie ranzulassen offensichtlich.

Sie wusste ganz klar: Entweder lass ich mir nun helfen oder ich sterbe. Fahrt in die Klinik: Unterhaut-Tumore geplatzt...viel Blut verloren....einschläfern?! Ich nahm Flocki hoch, sah ihr in die Augen, aus denen ihr dunkle Tränen liefen, und sage: NEIN

Ich nahm die Katze dann Nachmittag mit heim, nachdem die geplatzten Wunden/Tumore am Kinn und Hals ausgeschabt wurden - sie sah noch schrecklicher aus. sie ließ sich nicht mal von den Ärzten die Kanüle entfernen, von mir zu Hause jedoch anstandslos.

Es gab keine Wundversorgung, mit der Begründung: Ist doch eh alles zu spät und schon entzündet, da brauchen's keine Salbe oder Tabletten mehr! (Originalton)

Ich sagte zu ihr: Flocki, wir kriegen das hin, hab keine Angst, ich lasse dich nicht im Stich. Dann fuhr ich zu einem Arzt auf dem Land, 100 km (Kipfenberg) entfernt. Und dann passiert "es":

Sie ließ sich von ihm, den sie das erste Mal sah, anstandslos, ohne murren und ohne jede Angst anfassen, verarzten, 3 Fläschchen Blut nehmen. Und von dem Tag an ging es aufwärts.

Dieses schreckliche Erlebnis, dass sie mit dem Tod bezahlt hätte, wenn mich mein DoingDoing nicht um 3 nachts geweckt hätte, hat sie begreifen lassen: Heee hier mag ich bleiben, die mögen mich. Und die ganzen Monate vorher - über ein Jahr lang - hab ich nur mit ihr Reden dürfen, aber sie hat niemals auch nur einen Funken Vertrauen oder Ähnliches gehabt, nichts. Über ein Jahr lang.

Sie wurde von dem Arzt weiterbehandelt, die Wunden waren innerhalb von 5 Tagen verheilt - bekam natürlich Medizin. Er meinte: Diese Katze hat ein gravierendes Problem..... sie hat eine Immunkrankheit.. da machen wir noch ein paar Tests und dann wissen wirs genau. er hat das gesagt - nur weil er ihr in die Augen gesehen hat und die Katze insgesamt betrachtet hat!

Ich sagte: Mein Gott seit Monaten, seit einem Jahr sage ich das und niemand, niemand hat mir geglaubt. Mir liefen in dem Moment wirklich die Tränen runter.... Weil ich wusste: Jetzt wird ihr geholfen!

Das Blutergebnis zeigte es: eine Autoimmunerkrankung, d.h., wenn ein Bazillus oder Virus ankommt, dann wird nicht DER bekämpft, sondern das eigene Immunsystem bekämpft sich selbst. also nimmt der Virus überhand - aus einem "harmlosen" Niesen wurde bei ihr ein Tumor oder dergleichen.

Ferner hat sie die körpereigenen und zugeführten Eiweiße immer aufgezehrt - konnte kein Eiweiß verstoffwechseln - drum so mager. Sie wurde erst schulmedizinisch therapiert - dann Rückfall - sobald Flocki am offenen Fenster saß: Krank, tränende Augen, Schnupfen, Blasenentzündung etc. etc.

Aber sie nahm nun am Leben teil, saß auf Sofa bei mir!!!!!!!!!, lag im Bett bei mir, ich durfte nach und nach anfassen, darf sie heute schon ein wenig Bürsten und Kämmen, sie schnurrt !!!!!!!! sie miaut!!!!!!!!!!!! usw. usw.

ICH WUSSTE NICHT DASS DIESE KATZE SCHNURREN ODER MIAUEN KANN!

Dann kam aus dem Internet ein ganz lieber Mensch zu mir, dem ich niemals im Leben das danken kann, niemals. Er nahm mich an die Hand und ich tat blindlings, was er sagte: Ich gab ihr also diverse homöopathische Mittelchen, wie er sagte. Nach 8 Tagen war FlockiFlock "gesund" (also symptomfrei, beschwerdefrei, denn die Krankheit selbst kann man nicht heilen), sie begann zu spielen, nahm zu...

Das war April/Mai 2001 - heute ist sie immer noch gesund & absolut rückfallfrei. Sogar der Zugang des Babys Ende Juni, welches ja hochgradig krank war damals, hat ihr Nix ausgemacht. Sie spielt wie ein Baby und küsst mich und mauzt mich an und... ich kann das keinem Menschen sagen, wie mich dieses, gerade dieses Katzenleben mit Glück erfüllt....und noch heute weine ich jedes Mal, wenn sie mit mir schmust oder ich sie rumspringen seh....

Ich hab's einfach von Anfang an gewusst -sonst hätt ich es ihr nicht versprochen - dass sie bei mir auftauen wird. und wenn es hätte 10 Jahre gedauert - ich hätte nicht aufgegeben bevor ich mein Versprechen hätte eingelöst "ich mach dich glücklich & gesund".

Ich hab's nicht allein geschafft, es war die Klinik Dr. Porzig in Kipfenberg und der Rolf - aber ich hab's versucht, und ich hab mehrfach die richtige Entscheidung getroffen - allein dadurch, dass ich der Katz in die Augen gesehen hab und entschieden habe: Die will leben, die hat noch was vor.

zooplus.de

zurück