Streicheln und Reden

Es gibt Katzen, die durch irgendwelche Umstände "verhaltensauffällig" geworden sind. Das kann sich äussern durch übermässiges Kratzen, aggressives Beißen, Unsauberkeit, Furcht und Panikattacken und vieles mehr.

Diese Katzen haben vielleicht in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrung mit Menschen oder auch anderen Tieren gemacht, sie verloren oft gänzlich das Vertrauen in Andere und es ist schwer bis unmöglich solche Tiere aus dem Tierheim/Tierschutz zu vermitteln. Die Tiere gehen kaum auf einen zu oder legen ein eben sehr aggressives Verhalten an den Tag. Viele Menschen, die gerne eine Katze möchten, sagen aber bei so einem Tier "Sowas mag ich nicht".

Dabei kann die Katze nichts dafür, sie wird nicht so geboren, sie wird dazu gebracht so zu reagieren. Und ich habe, an meinem eigenen Kater MickeyMouse eine Methode gefunden, wie es möglich ist, einem solchen Tier das Urvertrauen wiederzugeben und die Angst zu nehmen.

Die Methode ist eigentlich ganz einfach und von jedermann durchführbar, vorausgesetzt er bringt genug Geduld & Liebe zu dem Tier mit. Es hat auch wenig mit Psychologie zu tun, ich setze einfach auf Zuwendung, Liebe & Berührung. Das ist nämlich genau das, was jedes Lebewesen neben Nahrung und Wasser am lebensnotwendigsten benötigt. Und viele Katzen erfuhren das Gegenteil und an meinem Kater MickeyMouse habe ich gesehen, dass man solchen Tieren durchaus Lebensfreude & Mut wieder geben kann, wenn man nur genug Geduld hat.

"Anleitung"

  1. Bestrafen Sie die Katze niemals, wenn sie gerade beißt, kratzt, unsauber ist oder irgendeine anderes "auffälliges" Verhalten an den Tag legt.

  2. Schreien Sie die Katze auch niemals an, egal in welcher Situation.

  3. Beginnen Sie mit der "Therapie" anfangs immer, wenn das Tier schläft. Wenn Ihre Katze schläft, streichen Sie ihr langsam und ganz sanft, fast nicht spürbar über den Rücken und reden Sie dabei leise und ruhig mit ihr. Sagen Sie ihr, dass Sie bei Ihnen sicher ist und bei Ihnen bleiben darf und wie sehr sie sie lieben.
    Steigern Sie das dann mit der Zeit (1-2 Wochen), streicheln Sie sie deutlicher, mehr spürbar, reden Sie weiter mit ihr. Sie können jetzt mit den Berührungen auch anfangen, wenn die Katze wach ist, sie wird sich Ihnen nun nicht mehr entziehen oder weggehen (falls sie das sonst getan hätte). Sie wird es nun aufnehmen und geniessen, wenn auch anfangs noch mißtrauisch. Doch durch das Streicheln im Schlaf, haben Sie ihr suggeriert, dass es Geborgenheit bedeutet, von Ihnen angefasst zu werden und wenn Sie mit ihr reden.

  4. Wenn Ihre Katze einen "Beißanfall" hat oder extrem aggressiv ist, reden Sie mit ihr, begeben Sie sich auf die selbe Ebene mit Ihr, knien Sie sich ggf. auf den Boden, sehen Sie ihr aber nicht direkt in die Augen sondern blinzeln Sie häufig (Blinzeln vermittelt Katzen das Gefühl von Freundlichkeit-Artgenossen blinzeln sich auch an wenn sie friedlich gestimmt sind).
    Sollte sich die Katze vielleicht sogar an Ihnen festgebissen haben (das tat Mickey immer), versuchen Sie auf keinen Fall die Katze von sich los zu lösen, sondern ertragen Sie bitte den Biß und den Schmerz (ich weiss..das tut oft sehr weh). Streicheln Sie die Katze dabei, reden Sie ihr zu, wie ich es oben schon schrieb, leise und ruhig. Die Katze wird Ihren Biß von sich aus lösen und je öfter Sie bei einer solchen "Beißattacke" so reagieren und sie streicheln und mit ihr reden, desto seltener werden diese Attacken bis sie irgendwann ganz verschwunden sind.

Das Grundprinzip meiner Gesprächs- u. Streicheltherapie ist ganz einfach:

Es wäre zu komplex, nun auf jeden Einzelfall einzugehen, doch wie oben beschrieben kann man eigentlich auf fast jede "Unart" reagieren und positiv einwirken. Ich arbeite viel und häufig nach der Methode, eben um auch unvermittelbare Tiere wieder vermittelbar zu machen oder um Tierhaltern die Freude an ihrem Tier zurückzugeben. Ich habe bisher keine negativen Erfahrungen gemacht.

Sollten Sie eine spezielle Frage haben oder ein konkretes Problem, so dürfen Sie mich sehr gerne anmailen, ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung .

 

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